Landung mit der MXS-R

11 Tipps für die perfekte Landung

Am Anfang der Karriere als Modellpilot ist die Landung immer mit ein wenig Nervosität verbunden: wenige Sekunden entscheiden, ob man den Flug unversehrt vollendet oder schlimmstenfalls die Trümmer des Modells aufsammeln muss. Mit ausreichend Übung ist eine schöne Landung kein Kunststück mehr und der Puls schnellt nicht mehr jedes Mal nach oben. Damit ihr auf dem Weg zur perfekten Landung gut voran kommt, habe ich ein paar Tipps zusammengestellt.

Die Landung: es gibt viel zu tun

Das Landen eines Modellflugzeugs dauert nicht besonders lange, aber in dieser Zeit passiert eine ganze Menge, einiges davon sogar gleichzeitig: Das Modell muss auf die Landebahn ausgerichtet werden, die Geschwindigkeit gegenüber dem Boden darf weder zu hoch noch zu niedrig sein, die Sinkgeschwindigkeit muss stimmen, die Landebahn muss frei sein, der Punkt des Aufsetzens muss halbwegs getroffen werden und nebenbei müssen auch noch Störungen wie böiger Seitenwind ausgeglichen werden. Dann noch bis zum Stillstand ausrollen – endlich geschafft.

So gelingt die nächste Landung

Das klingt nach viel Arbeit und besonders als unerfahrener Modellflieger ist es das auch. Am besten hilft einfach üben und Erfahrung sammeln weiter – aber auch ein paar Tipps können den Weg ein bisschen abkürzen:

  1. Kenne deinen Akkustand. Der restliche Flug kann besser eingeteilt werden, wenn man weiß, wie lange das Modell noch in der Luft bleibt. Auch wenn ein Landeversuch verpatzt ist kommt noch keine Panik auf, wenn man weiß, wie viele Versuche noch bleiben bevor der Antrieb versagt. Um eine Idee vom Verbrauch zu bekommen, ist bei neuen Modellen eine Zwischenlandung ganz hilfreich, bei dem man mit dem Akkutester den Ladestand kontrolliert. Außerdem fliege ich nie ohne einen Akkuwarner; damit bekomme ich rechtzeitig mit, dass der Akku leer wird.
  2. Kenne dein Modell. Für eine gute Landung muss der Pilot wissen, wie sein Modell reagiert – besonders interessiert die minimale Fluggeschwindigkeit und das Verhalten bei noch langsamerer Geschwindigkeit, dem Strömungsabriss. Am besten kann man das in ausreichender Höhe ausprobieren, in der das Modell wieder sicher abgefangen werden kann. Nach ein paar Versuchen bekommt man ein besseres Gefühl dafür und kann auch bei der Landung besser reagieren.
  3. Habe eine Alternative. Nicht jeder Landeanflug wird auch zu einer Landung führen, besonders am Anfang nicht. Deshalb ist es hilfreich, sich vorher kurz zu überlegen: Was mache ich, wenn die Landung schief geht? In welche Richtung habe ich Platz zum Durchstarten? Situationen ohne Ausweichmöglichkeit würde ich generell vermeiden.
  4. Lass dir Zeit. Auch wenn bei der Landung viele Dinge zusammen kommen und dafür wenig Zeit bleibt: Eines nach dem Anderen in Ruhe angehen und keinen Stress entstehen lassen. Im Zweifelsfall kann der Anflug auch abgebrochen werden und der nächste Versuch starten; sofern man weiß, wie lange der Akku noch durchhält (Tipp 1).
  5. Nimm dir Raum. Landen auf engem Raum ist schwer: es bleibt wenig Zeit für Sinken, Ausrichten auf die Landebahn usw. Ist der Landeanflug großräumiger, kann man auch mehr Zeit für die einzelnen Aktionen brauchen und hat auch mehr Zeit für Korrekturen; das Landen wird leichter.
  6. Geh runter und werde langsam. Zu Beginn hatte ich häufig das selbe Problem bei meinen Anflügen: An dem Punkt, wo ich aufsetzen wollte, war ich zu hoch und zu schnell. Als mir das bewusst geworden ist, habe ich angefangen früher zu sinken und den Motor weit zu drosseln und erreiche leichter den gewünschten Zielpunkt. Dabei kann es natürlich passieren, dass das Flugzeug zu früh an Fahrt verliert – das lässt sich aber mit ein wenig Gas leicht korrigieren. Wichtig ist dabei nur, sein Modell gut genug zu kennen (Tipp 2), sonst kann es leicht zum Absacken kommen.
  7. Ziehen, nicht drücken. Ist das Flugzeug am Ende zu schnell und will nicht aufsetzen, versuchen viele, das Modell auf den Boden zu „drücken“. Das Modell ist dann immer noch zu schnell und wird wahrscheinlich wieder vom Boden wegspringen. Oder der Propeller wird zerstört, weil das Modell mit zu steilem Winkel vornüber aufsetzt. Besser ist es, in einem neuen Anflug die Geschwindigkeit rechtzeitig zu reduzieren, dass man beim Aufsetzen ganz leicht am Höhenruder „ziehen“ muss. Dann reicht die Geschwindigkeit zum springen nicht mehr aus und der Winkel zum Aufsetzen passt auch.
  8. Nutze das Seitenruder. Ich habe mich am Anfang am besten mit Quer- und Höhenruder zurecht gefunden. Damit allein bekommt man als Anfänger schon recht bald halbwegs passable Kurven hin. Beim Landen kann aber auch am Anfang das Seitenruder gute Dienste erweisen: Korrekturen bei der Ausrichtung auf die Landebahn gelingen viel ruhiger, als wenn jedes Mal „Minikurven“ mit Quer- und Höhenruder geflogen werden; stattdessen das Seitenruder zu nutzen kann viel Stress beim Steuern ersparen – zumindest ging es mir so.
  9. Lande so, dass du dich dabei nicht drehen musst. Bei meinen ersten Versuchen habe ich oft direkt neben mir aufgesetzt. Das Problem dabei war, dass ich mich auch noch bewegen musste, während ich das Modell gesteuert habe. Das Landen ist mir ein wenig leichter gefallen, sobald ich wenige Meter vor mir aufgesetzt habe. Dann muss ich nicht mehr gleichzeitig landen und mich selber drehen, sondern kann erst landen und muss mich erst drehen, wenn der Flieger an mir vorbeirollt.
  10. Starte in einfachen Bedingungen. Landen ist am Anfang kompliziert genug. Deshalb ist es gut, wenn man es sich nicht schwerer als nötig macht: Am besten übt sich landen an Tagen ohne viel Wind, oder schlimmer böigem und seitlichem Wind. Wenn die Landungen bei ruhigem Wetter klappen, wird man sich ganz automatisch steigern.
  11. Üben, üben üben! Das ist der wohl wichtigste Tipp, auch wenn es zugleich der offensichtlichste ist: Eine perfekte Landung klappt nicht von jetzt auf gleich, sondern braucht Fingerspitzengefühl. Und das bekommt man nur durch reichliches ausprobieren, einer Prise scheitern und wieder  probieren – mit ein wenig Durchhaltevermögen wird es aber am Ende sicher klappen!
Nicht jede Landung klappt...

Nicht jede Landung klappt…

Mit diesen Tipps kommt ihr der perfekten Landung bestimmt ein paar Schritte näher – und wenn schon nicht „perfekt“, dann hoffentlich zumindest sicherer.

Haben euch diese Tipps weitergeholfen? Oder habt ihr noch andere Tipps, die ihr teilen möchtet? Dann hinterlasst einfach einen Kommentar! 🙂

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