Zukünftiger Modellpilot? - Quelle: Flickr: karl sinfield
Zukünftiger Modellpilot? - Quelle: Flickr: karl sinfield

Wie aus mir ein Modellpilot wurde

Modellflug fasziniert mich schon seit Kindertagen. Es hat beinahe etwas Magisches an sich, ein Modell der Luft zu übergeben und es scheinbar schwerelos über den Himmel ziehen zu lassen. Mit ungefähr sieben Jahren reichte mein Taschengeld natürlich nicht aus, um mir diesen Traum erfüllen zu können; ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich damals überhaupt schon Taschengeld bekommen habe. Gut Ding braucht Weile heißt es – bis ich schließlich zum Modellpilot wurde, sind noch fast zwanzig Jahre vergangen.

Mein erstes Flugzeug

Angefangen hat es damit, dass die Burschen in der Nachbarschaft kleine Flugmodelle bekommen haben. Ferngesteuert war daran gar nichts: man hatte ein Gummiband als Antrieb für den Propeller und sonst nur den Freiflug zur Verfügung. Auf einem Drahtrahmen war eine hauchdünne Folie aufgespannt, das die Tragflächen und das starre Leitwerk gebildet hat. Dazu noch den Propeller und das Gummiband. Also bin ich mit den Freunden soweit wir konnten den Hügel hinter der Siedlung hinaufgestiegen, nur um den kleinen Flugzeugen beim Hinuntergleiten zuzusehen. Nachdem das Modell mehr oder weniger sicher im Acker gelandet war, war es sehr aufwändig, es wieder zu finden. Das Ganze haben wir dann an schönen Sommertagen sooft es ging wiederholt – obwohl ich glaube, dass wir eigentlich meist recht bald erschöpft waren, vom Suchen und den Hügel hinauf und hinunter zu laufen.

Damals habe ich meinen Eltern oft in den Ohren gelegen, dass sie mir auch ein Modell kaufen sollen und am besten „eines mit Fernsteuerung“. Zum Glück für alle Beteiligten haben sie mir dann irgendwann ein ähnliches Modell wie den Nachbarn geschenkt. Ein RC-Modell hätte nicht lange durchgehalten, vielleicht nicht einmal bis zum ersten Start. 😉

Mein erster Heli

Irgendwann hatte ich es dann aufgegeben meine Eltern mit dem Wunsch nach einem richtigen Modellflugzeug zu nerven, und auch die Jungs in der Nachbarschaft hatten sich mit anderen Dingen beschäftigt. Erst etliche Jahre später, als ich Mitte Zwanzig war, habe ich mit einem Kollegen öfter über das Thema Modellfliegen gesprochen und der alte Wunsch ist wieder in mir wach geworden.

Damals habe ich auch sehr fasziniert im Internet mitverfolgt, wie die ersten Quadcopter entwickelt wurden. Nachdem ich zu der Zeit noch keine Erfahrung mit Modellflug hatte, wollte ich aber nicht so viel Geld ausgeben – es hätte ja gut sein können, dass das Modell rech schnell kaputt gegangen wäre. Schließlich habe ich mich dann entschlossen, einen Heli zu kaufen und dabei so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann: statt jemanden mit Erfahrung um Rat zu fragen, bin ich direkt zum Conrad gefahren und habe einen Heli ausgesucht, der einfach hübsch ausgesehen hat. Außerdem war das Ding genau im richtigen Preisbereich und irgendwo stand dann auch noch drauf „für Anfänger geeignet“.

Zu meinem erstaunen hat der Heli doch einige Monate durchgehalten. Gut, einige Reparaturen waren in der Zeit schon nötig, aber irgendwie konnte ich die entstandenen Schäden ausgleichen. Schließlich ist es dann doch passiert: ich habe nach einem schweren Crash das Modell soweit zerstört, dass sich für mich eine neuerliche Instandsetzung nicht gelohnt hat. Also ist der Heli in die Tonne gewandert und ich hätte das Modellfliegen fast aufgegeben.

Ich will Modellpilot werden!

Axion Alpha 139

Axion Alpha 139

Eine Zeit lang habe ich nicht mehr daran gedacht, hobbymäßig Modellpilot zu werden, aber ich bin dann doch immer wieder im Netz auf Modellflugseiten gelandet. Im Juni 2012 wollte ich dann der Fliegerei noch eine Chance geben, nur diesmal wollte ich es besser angehen. Zum Glück haben wir in unserer Nähe mehrere gute Modellbauläden und so bin ich zum Modellsport Schweighofer nach Deutschlandsberg gefahren. Einige Punkte waren mir beim ersten Einkauf schon recht klar: ich wollte eine halbwegs vernünftige Fernsteuerung kaufen – der Gedanke an den Sender von meinen ersten Heli stellt mir heute noch die Nackenhaare auf, so schlecht war der zu bedienen. Und ein Modell hatte ich auch schon im Auge. Allerdings hatte ich mir da wieder zu viel vorgenommen und der Verkäufer im Laden konnte mir ein wesentlich besser geeignetes Flugzeug für den Anfang empfehlen: So kam ich schließlich zur Axion Alpha 139.

Die ersten Flüge waren immer mit viel Herzklopfen verbunden, weil mir natürlich die Erfahrung gefehlt hat. Meistens war ich über zwei Eigenschaften der Alpha sehr froh: dass der Propeller nicht vorne angebracht ist und dass ich am Bauch, ohne Fahrwerk, landen konnte. Zu dieser Zeit konnte ich über das Internet auch sehr nette Bekanntschaften schließen, mit denen ich oft gemeinsam fliegen war und ich fliegerisch viel lernen konnte.

Multiplex Funcub - Foto: Karin Pichler

Multiplex Funcub – Foto: Karin Pichler

Mit den ersten Erfolgen am Steuer der Alpha 139 habe ich auch ein wenig Ehrgeiz entwickelt. Schon bald danach ist die Funcub von Multiplex als zweites Modell dazugekommen. Meine nächste Herausforderung war, vernünftige Landungen mit Fahrwerk zu schaffen. Das war zuerst einfacher gesagt als getan und ich musste viel Lehrgeld in Form von zerstörten Luftschrauben bezahlen, aber letztendlich wurden die Aufsetzer immer sanfter und kontrollierter.

Das Jahr 2013 war bisher mein intensivstes Modellflug-Jahr. Mein Hangar ist auf stolze 12 Modelle angewachsen, von denen  derzeit fast alle flugfähig sind. Außerdem bin ich in dem Jahr sehr viel geflogen: insgesamt habe ich es auf 27 Stunden und 51 Minuten reine Flugzeit gebracht und bin 752 Mal gelandet. Dabei habe ich sehr viel Erfahrung sammeln können und mache mir um das Landen inzwischen keine großen Sorgen mehr. 😉 Anfang September kamen Christian und ich auf die Idee, unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen in einem Blog zu Teilen – dabei ist GeekAir entstanden.

Wie geht es weiter?

Auch wenn ich mich inzwischen schon als Modellpilot sehe, gibt es noch immer viel Neues zu erkunden. Bestimmt werde ich mich noch lange zu den Lernenden zählen – egal ob bei den Kunstflugfiguren oder der Technik. Als nächstes würden mich die folgenden Bereiche besonders reizen: Fliegerisch wären Torquen und ein schöner Rollenkreis spannend. Von technischer Seite würde ich gerne meinen 3D-Drucker besser für den Modellbau nützen und auch FPV weiter forcieren. Somit wären schon reichlich Pläne für die nächste Zeit vorhanden! 🙂 Und neben den vielen Möglichkeiten, die dieses Hobby bietet, finde ich eines daran besonders schön: die Faszination ist noch immer wie am Anfang da, wenn ein Modell in Richtung Himmel steigt.

Wie ist das bei euch gelaufen? Hattet ihr jemanden, der euch beim Fliegen lernen unterstützt hat? War ihr in einem Verein oder habt ihr euch als „Wildflieger“ durchgeschlagen? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

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