Licht und Lüfter für den Flashforge Creator

Licht und Lüfter für den Flashforge Creator

Eines hat mich bisher an meinem Flashforge Creator gestört: Serienmäßig sind weder Lüfter noch Beleuchtung eingebaut. Bisher habe ich mir einen Lüfterhalter ausgedruckt, die Stromversorgung aber nur spartanisch ausgeführt. Und zur Beleuchtung hat bisher immer das Blitzlicht von meinem Smartphone herhalten müssen. Jetzt bin ich die Sache angegangen und habe den Drucker um diese Funktionen erweitert.

Wie der Umbau aussehen soll

Was ich mir gewünscht habe ist relativ einfach zu beschreiben: Es sollen zwei neue Schalter am Bedienfeld des Druckers dazukommen. Mit dem ersten möchte ich eine LED-Leiste zur Beleuchtung ein- und ausschalten können, der zweite Schalter kontrolliert einen Lüfter, der direkt an den Extrudern montiert ist. Mit der Beleuchtung will ich komfortabler laufende Drucke begutachten können, ohne dass ich jedesmal mein Telefon bei der Hand haben muss. Der zusätzliche Lüfter soll sicherstellen, dass es beim Drucken nicht zum Curling kommt (=hochheben von Ecken beim Drucken).

Der Flashforge Creator verwendet eine Variante des Mightyboards für die Sensorik und Steuerung der Schrittmotoren. Das Original ist dafür ausgelegt, eine RGB-LED-Leiste und auch einen Extruder-Lüfter mit anzusteuern. Allerdings hat Flashforge bei vielen Geräten darauf verzichtet, die MOSFETs auf der Platine zu bestücken, wie zum Beispiel in diesem Forenbeitrag zu lesen ist.

Änderungen an der Platine möchte ich keine vornehmen und die Bauteile nachzurüsten. Deshalb setze ich eine unabhängige Stromversorgung und die Aktivierung mittels Schalter ein. Natürlich will ich auch nicht allzu viel ausgeben – als Budget setze ich mir  € 30,-.

Einkaufsliste und Vorbereitungen

Das benötigte Material

Das benötigte Material

Zwei Dinge auf der Liste kann man sich mit dem 3D-Drucker sogar selber herstellen:

  • Lüfterhalterung. Eine geeignete Lüfterhalterung für den Flashforge Creator habe ich auf Thingiverse entdeckt – hier kann sie heruntergeladen und ausgedruckt werden. Als Material sollte man hier ABS verwenden; PLA würde sich später bei höheren Temperaturen schnell verformen.
  • Schalterbox. Eine passende Box für die beiden Schalter musste ich allerdings erst selber mit OpenSCAD zeichnen. Inzwischen steht sie die Schalterbox ebenfalls auf Thingiverse zum Download bereit. Hier reicht ein Druck mit PLA aus.

Der Rest ist auch sehr einfach zu beschaffen:

  • 1x 50mm Lüfter, Preis: € 4,45. Der Lüfter muss nur zwei Parameter erfüllen: die Größe von 50 mm x 50 mm und eine Stromversorgung mit 12 V. Ich habe mich für dieses Modell von Revoltec entschieden, weil es in Graz lagernd war.
  • 1x Steckernetzteil, 12V/2A, Preis: 5,95.  Das Netzteil muss 12V liefern, 1,5 – 2A maximaler Ausgangsstrom sollten leicht ausreichen. Ich habe dieses Teil besorgt – auch weil es beim Elektronikladen um die Ecke lagernd war.
  • 2x Schalter, Preis: € 0,70. Hier hat mir dieses Modell optisch ganz gut gefallen.
  • 1x Steckverbinder Stromversorgung, Preis: € 0,50. Damit kann ich das Netzteil jederzeit und einfach vom Drucker abtrennen.
  • Litzen, Preis € 5,95. Zur Verkabelung habe ich gleich ein Litzensortiment mit 25m Gesamtlänge mitgenommen, dann bleiben auch für das nächste Projekt noch ein paar Meter übrig.
  • 1m LED-Streifen, Preis: € 4,99. Als Beleuchtung kommen diese LED-Streifen von Hobbyking zum Einsatz.
  • Ein paar Kabelbinder.

In Summe komme ich damit auf € 22,54 an Materialkosten und bin damit noch gut im Budget.

Schritt für Schritt

LED-Streifen

Vorbereiteter LED-Streifen

Vorbereiteter LED-Streifen

Als erstes habe ich den LED-Streifen vorbereitet und am Drucker montiert. Ein Meter Länge ist ausreichend, um eine gleichmäßige Beleuchtung von oben zustande zubringen. Auf der Oberseite hat der Drucker an allen Seiten nach innen einen Vorsprung – auf der Unterseite davon habe ich die LEDs als „Deckenleuchten“ angebracht.

Der LED-Streifen kann alle 3 cm mit der Schere durchgeschnitten werden, die möglichen Stellen sind entsprechend markiert. Damit ich auf allen vier Seiten des „Deckels“ ein Stück anbringen kann, habe ich den Streifen entsprechend zerschnitten.

Zwischen den Stücken reichen jeweils rund 6 – 7 cm Litze, damit die LEDs anschließend aufgeklebt werden können. Mehr Kabel sollte es dazwischen nicht sein, weil es sonst schwierig werden kann die Kabel zu verlegen, ohne dass sie beim Druck später stören.

Das Anschlusskabel habe ich bei einer Länge von rund 45 cm belassen. Damit kann es anschließend leicht verlegt und angeschossen werden. Die Schalterbox wird später rechts unten im Drucker angebracht – um Wege zu sparen habe ich das Anschlusskabel für rechts vorne vorgesehen. Den LED-Streifen habe ich von oben gesehen dann im Uhrzeigersinn im Drucker verlegt.

Das Anschlusskabel des LED-Streifens habe ich an die bereits vorhandenen Kabel für den Schrittmotor mit einem Kabelbinder befestigt. Die Kabel habe ich unten erst einmal herausstehen lassen. Auf der Unterseite des Druckers muss dazu eine Schraube gelöst werden, dann kann die Abdeckung für die Elektronik abgenommen werden.

Montierter LED-Streifen

Montierter LED-Streifen

Schalterbox

Die Schalterbox

Die Schalterbox

Ist die Schalterbox ausgedruckt, müssen nur noch die Schalter selbst eingebaut werden. Dazu habe ich zwei verschiedenfarbige Litzen auf ungefähr 20 – 25 cm abgeschnitten.

Zuerst müssen die Kabel an die Schalter angelötet werden. Damit später die Verkabelung leichter fällt, habe ich zwei unterschiedliche Farben (grün und blau) gewählt – für jeden Schalter eine andere. Dann muss ich mir nur noch notieren, welcher Schalter welche Farbe hat.

Dann können die Schalter in die Box versenkt werden. Dazu ist es am einfachsten, zuerst die Kabel einzufädeln und erst nachher die Schalter selbst in die Box zu drücken. Die fertige Schalterbox ist im Bild nebenan zu sehen.

Lüfter

Montierter Lüfter

Montierter Lüfter

Bei der Montage des Lüfters habe ich als erstes das originale Kabel abgezwickt und zwei neue Litzen angelötet. Der Lüfter soll an den Extrudern sitzen – also müssen die Litzen lang genug sein, um sie durch den Schlauch bis auf die Rückseite hinten zu führend und dann noch einmal auf der Unterseite nach vorne.

Als nächstes habe ich die Lüfterhalterung aufgesteckt und den Lüfter darin platziert. Der kniffligste Teil war es, die beiden Litzen durch den Schlauch zu führen. Der Schlauch kann sehr einfach aufgedreht werden und die beiden Litzen geschoben und durchgezogen werden. Problematisch sind die beiden Engstellen, an denen der Schlauch auf der Rückseite des Druckers befestigt ist. Dort erhöht sich der Widerstand recht stark und es dauert recht lange, die Litze durchzufädeln. Sind sie erst einmal durch den Schlauch durch, kann der Rest einfach nachgezogen werden.

Verkabelung

Die fertige Verkabelung

Die fertige Verkabelung

Nun fehlt noch die Stromversorgung – dazu sind an den Hohlstecker noch zwei Litzen anzulöten. Den Stecker wollte ich hinten anbringen. Die Aussparung an der der Kabelstrang vom Extruder hereingeführt wird, passt dazu ideal. Einige cm vor dem Stecker habe ich einen Knoten in die Litzen gemacht, um eine Zugentlastung zu schaffen. Die Litzen sind so abgeschnitten, dass sie bequem auf die Vorderseite geführt werden können.

Nun liegen alle Kabel bereit und müssen nur noch richtig miteinander verbunden werden. Es stehen bereit:

  • 2 Litzen (1 rot, 1 schwarz) von der Stromversorgung
  • 2 Litzen (1 rot, 1 schwarz) vom Lüfter
  • 2 Litzen (1 rot,  1 schwarz) vom LED-Streifen
  • 4 Litzen (2 blau, 2 grün) von der Schalterbox

Diese werden nun wie folgt miteinander verlötet:

  • Rote Litze Stromversorgung –> 1 blaue Litze Schalterbox + 1 grüne Litze Schalterbox
  • Schwarze Litze Stromversorgung –> schwarze Litze Lüfter + schwarze Litze LED-Streifen
  • Freie blaue Litze Schalterbox –> rote Litze Lüfter
  • Freie grüne Litze Schalterbox –> rote Litze LED-Streifen

Dabei ist es wichtig, dass nirgends auf einen Schrumpfschlauch vergessen wird. Schließlich will man ja nirgends einen Kurzschluss provozieren. Nach dieser Liste sollte dann eigentlich keine Litze mehr übrig sein 🙂 Die überlangen Litzen habe ich anschließend noch aufgerollt und mit zwei Kabelbindern befestigt. Damit lassen sich die Kabel auch gut verstauen.

Noch einmal alles überprüfen und dann kann schon die Stromversorgung angeschlossen und das ganze ausprobiert werden. Ist alles korrekt ausgeführt worden, sollte nun der LED-Streifen und auch der Lüfter über die Schalter bedienbar sein. Abschließend muss nur noch die Abdeckung des Druckers wieder aufgeschraubt werden und der Umbau ist erfolgreich abgeschlossen.

Fazit

Der fertig umgebaute Flashforge Creator

Der fertig umgebaute Flashforge Creator

Mit wenigen Euros und ein paar Stunden Aufwand lässt sich das Projekt recht einfach und problemlos umsetzen. Lediglich das Einziehen des Kabels für den Extruder-Lüfter hat etwas mehr Zeit als geplant gekostet.

Letztendlich zählt der gewonnene Komfort wesentlich mehr als der eingesetzte Aufwand und das Ergebnis kann sich – hell erleuchtet – sehen lassen.

 

Der erste Druck mit Licht

Der erste Druck mit Licht

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