Kent Pietsch und seine Jelly Belly - Foto von Dylan Ashe
Kent Pietsch und seine Jelly Belly - Foto von Dylan Ashe

Kent Pietsch und eine fast unmögliche Landung

Vor ein paar Tagen habe ich ein Video entdeckt, das mich mal wieder mit offenem Mund hat staunen lassen. In diesem landet ein Kleinflugzeug am Dach eines fahrenden Wohnwagens. Auf den ersten Blick war ich doch sehr skeptisch. Das Video ist von 2007 und von schlechter Qualität – wäre ja nicht der erste Fake, der in den Weiten des Internets auftaucht. Also begann ich zu recherchieren. Aber seht erst mal selbst…

Zum Glück fällt im Video selbst schon der Name des wagemutigen Piloten. Schnell mal danach gegoogelt und es wird klar, es handelt sich keineswegs um einen Fake. Kent Pietsch, ein Kunstflug- und Airshow-Pilot aus den USA sitzt im Cockpit und führt das Manöver durch. Auf der Seite sci2.tv findet sich ergänzend ebenfalls ein kurzer Beitrag, in dem mehrere Techniker erklären, dass es zwar sehr schwierig aber letztlich machbar ist. Die größte Gefahr wird in den Seitenwinden gesehen, die das Flugzeug im schlimmsten Fall kippen lassen könnten. Schnell bin ich auf weitere Videos von ihm und seinen mehr als 400 Flugshows gestoßen und konnte mich nur schwer wieder losreißen. 🙂

In seinen Vorführungen zeigt der erfahrene Pilot einige sehr beeindruckende Kunststücke: wie man im Flug mit einer Tragfläche am Boden streift oder dass es auch kein Problem darstellt, wenn man mal ein einzelnes Querruder „verliert“. Etwas ausgesprochen Besonderes ist auch seine Dead-Stick-Landung, bei der er in 6000ft Höhe den Motor abstellt. Der Moderator der Show steht auf der Piste während Pietsch das Flugzeug punktgenau vor ihm zu stehen bringt.

Unterwegs ist Kent Pietsch mit seiner Interstate Cadet, die über eine Spannweite von rund 11 Metern bei einem Gewicht von rund 800 Pfund verfügt. Angetrieben wird das Flugzeug von einem 4-Zylinder-Motor mit 90 PS. Eine Motivation ist es für ihn, den Menschen auf humorvolle und unterhaltsame Art zu zeigen, dass Flugzeuge sicher zu fliegen sind. Vieles ist redundant angelegt und die Maschine fliegt auch bei kleineren Ausfällen weiter.

Dass seine Stunts nicht ungefährlich sind, musste Pietsch im Jahr 2012 leider am eigenen Leib erfahren. Bei einer Show in Alberta in Kanada kam es zu einem Zwischenfall. Eine Tragfläche streifte den Boden und riss schließlich ab. Glücklicherweise erging es dem Flugzeug schlechter als seinem Piloten, wie in diesem Artikel nachzulesen ist.

Was haltet ihr von diesem Video? Mich hat es mal wieder von der Privatpilotenlizenz träumen lassen – zum Glück habe ich bald Zeit zum Recherchieren, denn TGIF! Bekommt ihr da nicht auch Lust zu fliegen?

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