5 Anfängerfehler im Flächenflug

5 Anfängerfehler im Flächenflug und wie man sie vermeidet

Die ersten Flüge mit dem neuen Modellflugzeug sind als Anfänger sehr aufregend: Wird man es schaffen, das Modell wieder sicher auf den Boden zu bringen? Steht danach eine Reparatur an, oder vielleicht noch schlimmer und das Modell geht überhaupt verloren? In diesem Artikel habe ich einige Anfängerfehler zusammengestellt, die fast jedem Neuling im Flächenflug unterlaufen und Vorschläge, wie man sie vermeiden kann.

  1. Fliegen in zu niedriger Höhe. Je näher der Pilot mit seinem Modell dem Boden ist, desto weniger Zeit bleibt ihm zu reagieren, falls etwas Unvorhergesehenes geschieht. Besonders als Anfänger passieren oft Dinge, die man nicht geplant hat: eine Windböe auf die man reagieren muss, eine falsche Steuerungsbewegung, Absacken in einer Kurve und noch vieles mehr. Ist man in zu niedriger Höhe unterwegs, muss man richtig reagieren um den drohenden Absturz zu vermeiden. Ohne viel Erfahrung wird das oft nicht funktionieren – den Anfängerfehler kann man vermeiden, indem man einfach höher aufsteigt: Es sollte genug Zeit bleiben, das Modell im Notfall abzufangen und wieder in einen stabilen Geradeausflug zu bringen.
  2. Zu große, ruckartige Knüppelbewegungen. Eine Herausforderung beim Modellflug ist es Gefühl in die Finger zu bekommen. Anfängern passiert es häufig, dass sie in unerwarteten Situationen erschrecken und die Steuerknüppel ruckartig und mit starken Ausschlägen bewegen. Bei einem trägen, eigenstabilen Modell mag es noch gut gehen, aber spätestens beim Umstieg auf agilere Modelle sollte der Pilot besser dosierte Steuerbewegungen geben können. Ist die Steuerbewegung zu groß, reagiert das Modellflugzeug auch entsprechend stark – und damit vielleicht auch stärker als vom Modellpiloten erwartet. Gegen diesen Anfängerfehler hilft eigentlich nur fleißiges Üben und bewusstes trainieren der Hand-Augen-Koordination: immer wieder genau beobachten, wie das Modell auf die Steuereingaben reagiert, sowohl bei feinen als auch starken Knüppelbewegungen.
  3. Falsche Einschätzung der Fluglage. Einmal kurz wegsehen und schon ist es passiert: man kann auf größere Entfernung nicht mehr genau sagen, in welche Richtung das Modell fliegt und in welcher Fluglage es sich befindet. In so einer Situation ist es sehr schwierig, das Modellflugzeug wieder unter Kontrolle zu bringen und wieder sicher zurückzukehren. Besser ist es zu versuchen derartige Situationen zu verhindern. Der einfachste Tipp ist, das Modell erst gar nicht so weit von sich weg zu steuern. Es hilft aber auch, das Auge zu trainieren: man kann das Modell langsam immer weiter von sich entfernen und dabei beobachten. Mit der Zeit schult man dabei sein Auge und erhält eine bessere „Reichweite“.
  4. Falsche Knüppelbewegungen beim Entgegenkommen. Für viele Neulinge im Modellflug ist es ein Problem, das Modell zu steuern wenn es ihnen entgegenkommt. Verwirrend ist, dass dabei einige Steuerbewegungen die Richtung zu ändern scheinen. Rollt man ein entgegenkommendes Flugzeug nach links, sieht es so aus als würde es nach rechts rollen. Natürlich rollt es noch immer nach links, aber da es entgegenkommt sieht es so aus als wäre die Steuerung verkehrt. Möchte der Pilot von sich aus gesehen also nach links rollen, muss er das Modell nach rechts rollen lassen – keine Sorge, das klingt komplizierter, als es in Wahrheit ist. Um diese Verwirrung zu überwinden hilft leider nur ein wenig Übung. Am Anfang muss man sich dazu oft genug bewusst machen, dass beim Entgegenfliegen Seiten- und Querruder scheinbar verkehrt herum wirken. Dazu kann es auch ganz hilfreich sein, das im Simulator ein paar Mal auszuprobieren.
  5. Außenlandungen wegen leerem Akku. Ein häufiger Anfängerfehler ist zu übersehen, dass der Akku leer wird. Geht einem Modell entfernt vom Landeplatz der Strom aus, ist eine Rückkehr ausgeschlossen und es kommt zwangsläufig zur Außenlandung. Je nach Modell ist dann ein Schaden schon vorprogrammiert oder nur mit Glück zu vermeiden. Außenlandungen sind wesentlich schwieriger, weil man auf die Entfernung nur schwer schätzen kann, wie schnell das Flugmodell sich am Ende dem Boden nähert. Ohne Motor bleiben auch nur wenig Möglichkeiten zum entgegensteuern. Um den Ausfall zu vermeiden gibt es mehrere einfache Möglichkeiten: Man kann einen Akkuwarner im Modell platzieren – dieser piept laut, wenn der Akku zur Neige geht. Oder man programmiert die Stoppuhr der Fernsteuerung, die ebenfalls eine akustische Warnung abgibt.

Fazit

Wenn du die obigen Tipps beherzigst kann bei deinen ersten Flügen schon viel weniger schief gehen – aber keine Sorge, es bleiben noch genug spannende Dinge übrig, wie zum Beispiel die saubere Steuerung deines Modells und sanfte Landungen. Modellfliegen ist zu einem guten Teil Übungssache und mit zunehmender Erfahrung klappt immer mehr auch ohne explizit darüber nachdenken zu müssen. Ein Simulator kann dir beim Üben sehr gut helfen, ohne dass ein Modell in echte Gefahr kommt; ich verwende dazu den Phoenix RC Simulator und bin damit sehr zufrieden. Wir wünschen dir beim Fliegen viel Erfolg und Spaß!

1 Antwort
  1. Kurt Riedmüller
    Kurt Riedmüller says:

    Ein interesanter Beitrag. Ein weitere wichtige Bedingung wir am Anfang und auch später oft nicht beachtet: Die Windrichtung, beim Starten und bei Kurven. Da hört man dann oft Ausfall rufen, dabei gabs aber keine Strömung mehr.
    Bis bald beim Hallenfliegen, dort ist es ja Windstill. Naja, es sei den es fliegt ein angry bird.

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.